Wenn Hamster und Großväter sterben (Teil 2)

Hier nun Teil 2 der Geschichte   Teil 1 zur Erinnerung gibt es hier Wie schon in Teil 1 erwähnt, sind die Namen der Handlung frei erfunden, die Geschichte ist kreiiert und doch wahr. Denn sie spiegelt meine Erfahrungen der letzten dreizehn Jahre im Umgang mit Abschied und Sterben wieder.

Stefan war tief betrübt als sein Kaninchen Milli starb
Seine Mutti nahm ihn in die Arme, streichelte ihn und sagte: „Stefan, jedes Lebewesen: ob Mensch, ob Tier oder Pflanze wird geboren, wächst, reift  und stirbt eines Tages. Dann, wenn seine Zeit gekommen ist.“

Stefan schniefte und die Mama ergänzte, während sie ihn zärtlich an sich drückte: „Jedes Lebewesen, mein Schatz, auch unsere Milli.“ Der kleine Mann gab sich mit der Auskunft zufrieden. Doch in seinem Kopf arbeitete es. Seine Gefühle schlugen Purzelbäume und die Tränen kullerten wie große, dicke Regentropfen aus seinen Augen. Sonst hätte er sofort gefragt: „Mutti, warum werden alle Lebewesen geboren. Was bedeutet das zu wachsten und zu reifen? Und  warum müssen alle Menschen, Tiere und Pflanzen sterben?“ Doch mit der kleinen toten, weichen, weißen und wuschligen Milli vor Augen fehlten ihm einfach die Worte. Er war sprachlos und ganz still. Obwohl er sonst ein aufgewecktes Plappermäulchen ist.
Die Mama hielt ihn weiter fest und tröstete ihn mit den Worten:
„Stefan, weine ruhig. Ich bin auch traurig. Milli, dieses liebe, weiße Fellbündel, fehlt mir jetzt schon.“

Abschiedsfest für eine Freundin auf vier Pfötchen mit Wolkenbett und einer Rede
Stefans Vater gesellte sich zu den beiden und sagte zu dem Achtjährigen: „Sohnemann, auch wenn ich weiß, das zum Leben das Sterben gehört, bin ich jetzt ganz schön traurig.“ Stefan blieb immer noch still. Doch er war beeindruckt. Das gefiel ihm an seinen Eltern. Das sie so ehrlich zu ihm waren und das Mutti und Papa ihn verstanden.
„Ich habe eine Idee, Stefan“, redete der Vater indes  weiter, während sich eine kleine Träne aus seinem rechten Augenwinkel löste und die Wange hinunter rann.
„Was meinst du. Wollen wir für unsere Milli ein richtig schönes Abschiedsfest feiern? Sie hat uns allen soviel Freude bereitet. Da gehört es sich einfach, dass wir sie auch würdevoll verabschieden.“
„Ja, Papa“, kam jetzt ganz zaghaft. Und dann ein bisschen mutiger: „Aber wie machen wir das?“
„Unsere Milli braucht einen Sarg. Das ist Millis Reisegefährt, damit sie in den Himmel reisen kann. Wer will das übernehmen?“, fragte die Mutter in die kleine Runde.
„Das mache ich“, platzte Stefan sofort heraus.
Weil es Sommer und sehr heiß war, deponierten Stefans Eltern Millis kleinen Körper bis zur Abschiedsfeier in einer Plasteschachtel in ihrem kühlen Keller. Stefan suchte nach der passenden Box und fand sie schließlich in dem Schuhkarton von Muttis neuen Schuhen. Liebevoll löste er die Werbeaufkleber und beklebte sie stattdessen mit seinen Abziehbildern, Fotos von Milli und malte mit bunten Stiften Herzen, Sterne und Wolken darauf. Während dessen kam der Papa und meinte: “ Wenn du magst lies es später und wenn du Fragen hast, dann komm einfach zu mir.“
Dann wurde Milli auf feines himmelblaues Buntpapier in ihren Sarg gelegt und rundherum Watte drapiert. „Sieht aus wie ein Wolkenbett“, sagte Mama lächelnd. Die ganze Familie fuhr in den Garten. Oma und Opa kamen mit, sowie Tante Hiltrud und Onkel Otto. Es wurde ein richtig feines Begräbnis. Stefan durfte die Rede halten. Er stellte sich neben Millis bunten Schuhkarton-Sarg, der auf einem Stuhl mit einem weißen Tuch darauf Platz gefunden hatte und fing an:

„Liebe Milli, ich bin so froh das du bei uns warst. Es war so schön, wenn du in meinem Bett rumgehoppelt bist…“,

dabei schielte er zu Mama, die jetzt ein bisschen sauer schaute, denn Kaninchen im Bett war eigentlich nach den Hausregeln verboten. Als sie ihn jedoch wieder aufmunternd anschaute, fuhr er mit seiner kleinen Gedenkrede fort: „… und ich weiß auch noch, wie das war, als ich dich das erste Mal gesehen haben. Mama und Papa haben dich mir zu Ostern geschenkt. Zuerst dachte ich, du wärst wirklich der Osterhase …“ So erzählte Stefan die ganze Geschichte von Milli, ihm und der Familie. Tante Hiltrud bekam vor Rührung feuchte Augen und Onkel Otto klopfte Stefan anerkennend auf die Schulter. Zum Schluss versenkten der Papa und der Stefan zusammen die Milli in ihrem Sarg in dem Grab, dass sie morgens hinter dem Holunderbeerstrauch ausgehoben hatten. Dann schütteten sie Erde auf Millis Grab und Stefan sagte noch: „Tschüss Milli.“ Mutti hatte eine besondere Überraschung bereit. Einen großen, blank polierten, flachen Stein auf den sie in Goldbuchstaben: „Danke, Milli“, geschrieben hatte.

„Opa, wann stirbst du?“
Ein halbes Jahr später wurde Opa Firitz  schwer krank und kam ins Krankenhaus. Die Mutti erklärte Stefan: „Die Ärzte haben gesagt, dass unser Opa so krank ist, dass es für sie unmöglich ist, ihm zu helfen und das er bald sterben wird.“ Stefan wurde sehr traurig, sagte kaum ein Wort und malte stattdessen Unmengen von meist hellen, lichten – manchmal aber auch dunklen Bildern. Alles, was sein Leben ausmachte, fand sich auf seinen Gemälden wieder: die Sonne, der Mond und die  Sterne; Mutti und Papa; Opa und Opa und …  Milli, Tantchen und der Onkel; die Kinder aus der Schule und seine besten Freunde. Um besser mit der momentanen Situation klar zu kommen und Sicherheit im Umgang mit Stefans Trauer zu bekommen, forschten die Eltern des Jungen im Internet und fragten Freunde. Sie bekamen viele unterstützende Hinweise und erfuhren, dass sie mit ihrer Vermutung  Kinder trauern anders als Erwachsene  richtig lagen. Sie fanden eine Initiative namens Trauerland , die sich mit Kindertrauer beschäftigt. Weitere Recherchen brachten ein interessantes Buch zutage, das sie Stefan mit den Worten: „Schau es dir in aller Ruhe an. Du kannst auch darin malen, wenn du magst und wenn du etwas wissen möchtest frag uns“, schenkten. Ansonsten waren Stefans Eltern jetzt ebenfalls recht schweigsam – und es wurde sehr still in ihrem Heim. Manchmal nahmen sie ihn mit ins Krankenhaus und Mutti erklärte dem Buben auf dem Weg dorthin: „Opa schläft jetzt immer mehr. Weißt du, so wie das auch die kleinen Babys machen. Und wenn er dann wach ist, mein Schatz, wenn wir da sind, dann sprich einfach so wie immer mit ihm.“ An einem dieser wachen Tage nahm Stefan seinen ganzen Mut zusammen und fragte: „Opa, wann stirbst du denn?“

 

„Wenn der liebe Gott ein Bett im Himmel für mich frei hat …“
Der Opa, ein gläubiger Mensch, nahm stets alle Fragen seines Enkels ernst und deshalb antwortete er ihm: „Wenn der liebe Gott ein Bett für mich im Himmel frei hat, mein Kleiner.“ Damit gab sich Stefan zufrieden und kuschelte sich an den Opa an, als der ihm erlaubte in sein Bett zu kommen. Opa flüsterte ihm ins Ohr:
„Erinnerst du dich noch an unser Gespräch Stefan, indem ich dir versprochen habe, dass ich auf immer und immer bei dir bin?“ “
Ja, mein liebes Opilein“, wie Stefan seinen Opa immer liebevoll nannte. Jetzt fingen die Tränen des kleinen mal wieder an zu laufen, denn er spürte tief in seinem Herzen das der Opi bald gehen würde. Trotzdem nahm er alle Kraft zusammen und sagte ganz leise, damit er Opa wußte, dass er sich alles gut gemerkt hatte:
„Ich brauche nur an dich zu denken, die Augen zuzumachen und in mein Herz zu sehen. Dann bist du da.“
„Genauso wird`s funktionieren, mein Liebling.“ Mutti und Papa hörten dieses Geflüster, lächelten und saßen währenddessen schweigend an Opas Bett. Papa hielt die Hand seines Vaters, während Mutti das Bettdeck lüftete. Oma wolle später kommen, wie sie heute morgen telefonisch angekündigt hatte:
„Es sonst für mein Fritzchen zuviel wird. Außerdem möchte ich ein bisschen mit ihm alleine sein.“
Dann kam der Anruf aus dem Krankenhaus, dass der Großvater gestorben sei. Die Großmutter und die Eltern beschlossen Stefan mit zur Abschiednahme zu nehmen. Sie sagten zu ihm: „Stefan, wir fahren jetzt alle zusammen ins Krankenhaus, um unserem Opa: ‚Auf Wiedersehen‘ zu sagen. Die Pfleger haben Großvater in einen besonderen Raum gebracht, den sie mit frischen Blumen und Kerzen geschmückt haben. Vielleicht sieht der Opa jetzt ein bisschen anders aus, als wie du ihn sonst gekannt hast. Schau ihn dir an, fass ihn ruhig an und sprich zu ihm. Wenn du Angst hast, nimm einfach die Hand von einem von uns.“ Stefan nickte stumm, war wie schon bei Millis Tod ganz sprachlos. Nahm dann seinen ganzen Mut zusammen, obwohl ihm mulmig war und ging mit den Eltern mit. Als er dann ein zauberhaftes Lächeln in Opas Gesicht sah war alles gut. Er stupste die Oma an und sagte: „Schau mal!“ Die tätschelte seinen Kopf und meinte: „Ja, weil er nun von seinen schlimmen Schmerzen befreit ist und er bei seinem Schöpfer ist.“

 

„Wir sehen uns im Traum unter einem blühenden Apfelbaum.“
Ein paar Tage später nahmen die Eltern den Jungen beiseite. „Stefan“, so fing der Papa an: „Unser Opa wird auch eine so schöne Beerdigung haben, wie unsere Milli. Du erinnerst dich doch noch, dass wir Milli in einen Sarg gelegt haben, der dann in die Erde hinunter gelassen wurde?“ “
Ja“, antwortete Stefan und lauschte aufmerksam auf das, was ihm die Eltern sagen wollten.
„Nur bei unserem Opa wird das anders sein. Der Opa wünschte sich eine Urnenbeisetzung.“
„Was ist eine Urnenbeisetzung, Papa?“, wollte Stefan wissen. Die Mutter nickte dem Vater aufmunternd zu, so als wolle sie sagen: „Erzähle es ihm ruhig.“
„Also Stefan, das ist so. Nachdem wir uns von unserem Opa verabschiedet haben, kam der Bestatter. Das ist einer der Menschen, die dafür sorgen, dass unser Opa so beerdigt wird, wie er es wollte. Der Mann hat den Opa in seinen Sarg gelegt, so wie wir es mit Milli gemacht haben und ihn dann aus dem Krankenhaus weggefahren.“
„Und wohin haben sie ihn dann gebracht?“ wollte der Junge nun erfahren, mit dessen Sprache auch seine Wissbegier zurückgekehrt war. „Sie haben ihn in ein Krematorium  gebracht. Dort wird sein Körper verbrannt. Das was davon übrig bleibt, seine Asche, wird dann in eine Urne eingefüllt. Die suchen wir noch aus. Aus Holz soll sie sein, weil der Opa Fritz doch so ein Holzwurm war. „Möchtest du die Urne bemalen, Stefan? Passende Farben hat Mutti auch schon gekauft.“
„Ja,“ antwortete Steffan, der sich freute etwas tun zu können, mitten in seinem Traurigsein.
Zwei Tage später kam der Vater mit der Schmuckurne nach Hause. „Dahin kommt dann ein Beutel mit Opas Asche“, klärte ihn der Papa auf, während er ihm die Urne übergab, damit er sie bemalen konnte. Diesmal brauchte Stefan drei Tage für sein Kunstwerk, auf der die himmlische Welt zu sehen war, in der der Opa nun wohnte. Auf himmelblauem Untergrund lagen zart duftig weiße, bauschige Wolken und darüber flog Opa, der nun Engelsflügel hatte und gerade dabei war, den lieben Gott zu finden. Die Abschiedsfeier wurde an einem besonderen Ort zelebriert. In Opa Fritzens Lieblingsgaststätte. Die Wirtsleute hatten sich sofort mit der ungewöhnlichen Idee angefreundet und einen Bereich des Hauses für einen ihrer nettesten Gäste und seine Hinterbliebenen geöffnet. Am nächsten Tag, so erklärte es ihm der Vater, würden sie Opa an einem Baum im Wald beisetzen. „Den Baum, eine Buche, hatte sich Opa Fritz  schon zu seinen Lebzeiten ausgesucht.“ Und die Oma Gertrud ergänzte: „Auch ich werde hier einmal ruhen…“, wehmütig fügte sie hinzu: „Dann bin ich wieder mit meinem Fritz zusammen“.

 

Eine Abschiedsfeier ganz in Opas Sinne
Alle, die Familie, Freunde und Nachbarn, die Opa Fritz kannten, mochten und schätzten ihn. Deshalb sollte das letzte Fest für Opa mehr als eine Trauerfeier sein. Es sollte ein Fest an einem Ort sein, der ganz viel mit Opas Leben zu tun hatte und alles sollten sich einbringen können. Wenn sie das denn wollten. Lange hatte die Eltern das Abschiedsfest mit einer professionellen Abschiedsgestalterin vorbereitet. Gemeinsam mit Mama, Papa, Oma und der Abschiedsgestalterin schmückte Stefan den Raum. Vor die von Stefan bemalte Holzurne, die auf einem weißen Podest stand, legten sie alle gemeinsam eine Spirale aus Blumen, die Opa liebte und Sand vom Strand, den Opa mochte. Alle anderen sollten dann später Ihre Blumen hinzufügen und ein Licht in die Spirale stellen. Das machten die Leute auch gern.

Zum Schluss stellte Stefan die kleine Eisenbahn, sein Lieblingsspielzeug, neben Opas Urne. Viele Menschen kamen, um sich von Fritz zu verabschieden. Diesmal redete eine Frau. Sie erzählte Opas Geschichte. Stefan durfte ein Gedicht vorlesen. Drei Männer bliesen auf Jagdhörnern den Abschiedsgruß der Jäger. Denn Jäger war der Opa aus Leidenschaft gewesen. Alle zusammen sangen eines von Opas Lieblingsliedern: „Der Mond ist aufgegangen.“ Am Ende redete Mutti und das sie sich das traute, darauf war Stefan besonders stolz:

„Lieber Papa und Opa, wir haben uns hier zusammengefunden, um von Dir Abschied zu nehmen. In uns ist das Gefühl, dass wir dir die von dir empfangene unbegrenzte Liebe nie genug zurückgeben konnten. Wir sagen dir danke für alles. Auch dafür, dass du bei uns gewesen bist, dass du ein so wunderbarer Vater, Ehemann und Großvater warst und das du uns mit deinem weisen Rat und deinem nie versiegenden Humor unterstützt und erheitert hast. Es bleibt etwas von Dir. Die Werte, das Wissen und Dein gelebtes Vorbild. Eine Lücke bleibt in den Gedanken und Herzen von uns allen, die wir Dich kannten.  Doch inmitten dieser Lücke sind Deine Spuren, die in uns weiterleben werden. Und wenn auch wir sinnvolle Spuren hinterlassen, dann geht dein Leben, lieber Opa Fritz, immer weiter. Wir wünschen dir eine gute Reise.
Deine Frau Gertrud, deine Sohn Walter, deine Schwiegertochter Sabine, dein geliebtes Enkelchen Stefan und alle, die Dich lieb hatten.“

Trösterrunde schenkt Lächeln und erinnerungwerte Augenblicke
Nach dem Abschiedsfest, das wirklich mehr als eine Trauerfeier geworden war,  gingen alle in das an den Raum angrenzende Zimmer, um zur Trösterrunde zusammen zu kommen. Zuerst war die Stimmung ganz traurig. Dann begannen die Leute Geschichten über Opa und sich zu erzählen und auf einmal lachte erst einer, dann noch einer und bald waren alle wieder ein bisschen heiterer. Das tat gut.
Stefans Mutti lächelte ein wenig unter Tränen und meinte: „Wenn der Opa uns jetzt von oben zuschaut, dann gefällt ihm bestimmt, was er sieht.“
Wer wollte, konnte noch mal zurück in den Abschiedsraum gehen und allein mit Opa sein. Auch Stefan nahm diese Einladung an und ging ganz nah an die mit Opas Lieblingsblumen geschmückte Urne und flüsterte:

„Hallo, Opa. Bist du da?“

Dabei kniff der kleine Mann  die Augen so fest zusammen, dass glitzernde Blitze vor seinen Fenstern zur Seele tanzten und sich dann auflösten. Jetzt konnte er Opas Gesicht sehen und seine lachenden blauen Augen strahlten ihn liebevoll an. Stefan blieb ganz still vor Staunen stehen und wie er es dem Opa versprochen hatte, horchte er tief in sich hinein, holte noch einmal ganz tief Luft … und da hörte er es auf einmal raunen:

„Ja, mein Kleiner. Ich bin da. Auf immer und immer…“

Weiterführende Links
„Der letzte Brief eines Großvaters an seine Enkel“
geschrieben ein paar Wochen bevor er plötzlich an einem Herzinfarkt starb

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Irene Wahle ist seit 2004 freiberuflich als Biographin im deutschsprachigen Raum tätig. Sie schreibt und produziert in Kooperation mit ausgewählten Netzwerkpartnern kostbar gestaltete Biographien, Lebens-Zwischen-Bilanzen und Firmenchroniken. 2008 wurde sie für die von ihr geschriebenen Lebenserinnerungen: „Kandelaber-Heckmann “ mit dem 1. „Deutschen Biographiepreis“ ausgezeichnet. BiographinIW ist als Expertin für Lebens – und Unternehmensbücher ins „Netzwerk der Besten | Großer Preis des Mittelstands“ aufgenommen worden. Mit ihrer Arbeit setzt sich Irene Wahle dafür ein, Leben zu klären, Erinnerungen als wichtigen Bestandteil unserer Kulturgeschichte zu bewahren, Lebensleistungen zu würdigen und Visionen zu entwickeln. Tel. +49 381 68 63 874 biographie[at]irene-wahle.de

2 Antworten auf Wenn Hamster und Großväter sterben (Teil 2)

  • Webmaster sagt:

    Das ist eine sehr bewegende Geschichte. Meine Eltern meinten seinerzeit, als meine Großeltern starben, eine Beerdigung wäre nichts für ein kleines Mädchen. Meine Schwester und ich durften nicht dabei sein, was wir sehr traurig fanden.

    Als vor Jahren mein Schwiegervater starb, wollten wir diesen Fehler nicht wiederholen. Unser Sohn, damals gerade mal 6 Jahre alt, durfte mitkommen und sich von seinem Opa verabschieden. Ich denke, das war die richtige Entscheidung und hat unserem Sohn nicht geschadet.

    Unser zweiter Sohn hat im letzten Jahr sein Kaninchen verloren – es hat ihn viele Jahre durch die Kindheit begleitet und wir haben ihm ein kleines Grab im Blumenbeet angelegt. Damals habe ich sogar ein kleines Video zu Ehren unseres Speedys gemacht, denn das Kaninchen war wirklich Familienmitglied und war uns allen ans Herz gewachsen. Wer mag, kann sich das Video hier ansehen…

    Speedy ging über die Regenbogenbrücke

     

    • BiographinIW sagt:

      Liebe Frau Wolk,

      vielen Dank für die Schilderungen Ihrer Erfahrungen. Eltern wollen einen meist aus bester Absicht behüten und beschützen.

      Aber können wir unsere Kinder vor dem Leben bewahren? Ein Leben, dass in seiner Gesamtheit aus glück- und leidvollen Momenten besteht. Nur in der Hinwendung und Annahme können wir und unsere Kinder diesen Schmerz durchleben und in das Licht eines neuen Tages kommen. Wir können niemandem, selbst den geliebsten Menschen, Erfahrungen abnehmen.

      Wie gut, dass Sie, liebe Frau Wolk, Ihre einstigen Erfahrungen transformiert haben und für Ihre Söhne einen anderen Umgang möglich gemacht haben. Das wird die beiden Jungs fürs Leben stärken.

      Wie wundervoll die Idee mit dem Video für Ihr Kaninchen Speedy. Das ist echte Wertschätzung für ein Lebewesen, dass die Kindheit Ihres Sohnes begleitet hat und hat ihm sicher geholfen, über den Verlust hinweg zu kommen.

      Vielen Dank für Ihren Kommentar und das Sie uns eingeladen haben, an Speedys Leben und Sterben teilzuhaben.

      Mit guten Grüßen
      BiographinIW

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