Das Transplantationsgesetz und Wunder der Heilung

Ab 01. August 2012 ist die Änderung des Transplantionsgesetzes in Kraft getreten. Damit kommt die Politik einerseits den Forderungen der EU nach die Gesetzgebung europaweit zu vereinheitlichen. Andererseits will sie die seit der Novellierung des Gesetzes 1997  fast gleich bleibenden Spendenaufkommen steigern.  12.000 Menschen warten auf eine Spende. 8000 davon brauchen eine neue Niere.  4.000 Menschen sind bereit, Teile Ihres Körpers  zur Organspende weiter zu geben.
So die durchschnittlichen Zahlen bisher. Obwohl Umfragen immer etwas anderes aussagen. Höhere Spendenbereitschaft signalisieren.

In Krankenhäuseren und Krankenkassen gibt es nun  immer einen, der für dieses Thema zuständig ist. Einen sogenannten Transplantationsbeauftragten.  Die Krankenkassen sind ab diesem Zeitpunkt dazu aufgerufen,  uns in regelmäßigen Abständen Formulare zuzusenden, ob wir spenden willig sind. Oder ob wir Organspende ablehnen. Das wird dann auf unserer „Gesundheitskarte“ vermerkt, wie die Krankenkarte bald heißen wird.
Der Chef der Deutschen Hospizstiftung sagt:

“ Im Hinblick auf den Datenschutz sei es höchst bedenklich, dass auch die Krankenkassen das Recht bekommen sollen, die Erklärung zur Organspende auf der elektronischen Gesundheitskarte zu speichern und zu löschen, solange niemand weiß, wer auf diese Daten alles zugreifen kann.“ Außerdem werden Stimmen laut, die sagen: „ „Mit einer Handbewegung werden alle Bürgerrechte weggewischt.“
Aufgrund der Skandale um Organvergaben der letzten Zeit wird der Ruf von vielen Seiten laut, andere Kontrollorgane als die bisherigen einzuschalten. Krankenkassen wie die AOK und die Siemens Betriebskrankenkasse stoppen die Versendung der Formulare an ihre Versicherten solange, bis Klarheit in diesen Bereichen geschaffen ist. Eigentlich sollte die Versendung der Formulare zum Jahresende starten.
Fassungslos macht eine das neue Transplantationsgesetz an der Stelle, wo Daten potenzieller Organspender – und Empfänger zu Forschungszwecken frei gegeben werden. Sowohl an Lehrkrankenhäuser als auch an die Pharmaindustrie, wie wir es in Spiegel online lesen können.

Wie dem auch sei, wir können auf diese Anfrage reagieren.
Wir können es aber auch lassen und den Fragebogen in die Rundablage legen.  Bar jeder Reaktion zu bleiben,  ist nur scheinbar gut. Denn im Falle eines Falles entscheiden dann nach wie vor andere und geben möglicherweise unseren Körper zur Organspende frei. Denn dann zählt unser mutmaßliche Wille. Woher aber sollen Angehörige darum wissen, wenn wir dieses Thema immer außer Acht gelassen haben?  Eine Entscheidung treffen, wenn ein naher Mensch auf der Schwelle zwischen Leben und Tod steht, ist  schwer. Viele Menschen geben dann den Menschen zur Organspende frei, um dieser furchtbaren Situation noch etwas Gutes abzuringen.

Aufklärung über Organspende und der damit verbunden Art zu sterben für potenzielle Spender 
Was mir in den Diskussionen und in der ganzen Gesetzesänderung fehlt, ist eine lückenlose Aufklärung der Menschen, was es bedeutet, sein Organe oder Gewebe zu spenden.  Organspende ist für viele Menschen eine Möglichkeit weiter zu leben. Ich weiß, dass die Transplantation  eine anerkannte Methode ist. Da ist einerseits die Aufklärung Organe zu spenden und die Erzählungen dankbarer Spender.  Beides ist  sehr präsent in den Medien. Das Thema ist sozusagen gut ausgeleuchtet. Da sind Slogans im Umlauf wie:

„Fürs Leben…“,  „Gutes tun … „, “ Leben weiter geben“.

Die Politik und die Kirchen unseres Landes unterstützen diesen Bereich tatkräftig.  Das suggeriert mir suptil:

„Es ist meine erste Bürgerpflicht, meine Organe weiter zu geben, ich brauche sie ja dann eh net mehr.“

Das hinterlässt bei mir ein ungutes Gefühl. Da bin ich Organempfängern wie der mittlerweile verstorbenen Claudia Kotter dankbar, die sagt:

„Krankheit darf niemals Anlass sein Menschen zu erpressen“

Andererseits habe ich das Gefühl,  dass wir den Tod auf diese Weise überlisten wollen. Dass in vielen Menschen der Glaube ist, wenn wir hirntot sind, dann sind wir so ganz und gar tot. Außerdem ist in mir die Empfindung,  dass bei den Menschen,  die bereit sind, nach ihrem Tod Organe zu spenden, Wissen über die Abläufe einer solchen Explantation durch unzureichende Aufklärung fehlt.
Ich war auch lange eine von den Menschen, dem diese Grauzone unbemerkt blieb. Es war mir  unbewusst, obwohl ich meine Entscheidungen seit Jahren in einer Patientenverfügung festgehalten habe.  Bis Anfang diesen Jahres habe  ich mir nie die Fragen gestellt:

„Was bedeutet das eigentlich genau:  explantiert zu werden?  Und: „Was geschieht dann mit mir?“

Dann habe ich bemerkt, dass die dafür zuständige Stellen,  wie die Stiftung Deutsche Organspende, nur bis zu einem Punkt aufklären. Genaue Erklärungen gibt es bis zu dem Bereich, wo jemand als Hirntod diagnostiziert wird. Wer in Frage kommt, welche Untersuchungen nach dem Transplantationsgesetz vorgeschrieben sind und welcher Zeitpunkt als Hirntod gilt. Dann kommt die Grauzone, nur versehen mit dem Hinweis, dass der hirntote Mensch würdevoll behandelt wird. Danach der Hinweis, dass der Mensch dann wie in einem normalen Todesfall von seinen Angehörigen bestattet werden kann.

Der Organspendeausweis
als das beweisführendes Dokument, fragt folgende Punkte ab:

„Für den Fall, dass nach meinem Tod eine Spende von Organen/Geweben zur Transplantation infrage kommt, erkläre ich
                 –  JA, ich gestatte, dass nach der ärztlichen Feststellung meines Todes meinem Körper Organe und Gewebe entnommen werden.
oder       –  JA, ich gestatte dies,  mit AUSNAHME folgender Organe/Gewebe
oder        – JA, ich gestatte dies,  jedoch NUR für folgende Organe/Gewebe
oder        – NEIN, ich widerspreche einer Entnahme von Organen und Geweben
oder        – Über JA oder NEIN soll dann folgende Person entscheiden … „

Und ich frage mich, ob Menschen wie Michael Schumacher, die sich öffentlich in einer Aktion zur Organspende bekannt haben, wirklich wissen, worauf sie sich da einlassen.

Wissen Sie  beispielsweise
Das die Grundlage für die Entnahme von Organen auf der Grundlage des 1968 von der Harvard Medizin School aufgestellte Hirntodkonzept ist? Diese Interpretation von Tod stellte die Entnahme von Organen auf juristische Füße und machte die Verpflanzung möglich. Was genau bedeutet das nun?
Im Falle des Hirntodes sind 3% in uns tot. Wir sind, wenn bei uns Hirntod diagnostiziert wird,  in einem unumkehrbar zum Tode führen Prozess. Doch niemand kann mit 100% Sicherheit behaupten, dass alle Bereiche unserer Hirne erloschen sind. Hirntote Menschen weisen Hautrötungen auf, zeigen Schweißausbrüche und reagieren auf zugefügten Schmerz durch Bewegungen und Blutdruckanstieg. Man ist dazu übergangen, Organspender während der Explantation fest zuschnallen, weil sie auf Einschnitte so heftig reagierten, dass sie vom OP Tisch fielen. Bei manchen, dann wirklich toten Menschen sahen deren Angehörige schmerzverzehrte Gesichter, als sie sie wieder zu Gesicht bekamen. Hirntote Frauen sind in der Lage ein Kind zu gebären. Hirntote Männer können noch eine Erektion bekommen.
Die restlichen 97% unseres Körpers sind noch im Leben, sonst wäre Organexplantation unmöglich.

Das Hirntodkonzept
ist seit Anbeginn weltweit heftig umstritten und seither ringen Befürworter und Gegner in einer uferlosen Diskussion miteinander.  Befürworter plädieren zumeist mit der Aussage, dass der Hirntod eine wissenschaftliche Tatsache ist.  Andere meinen, wir sollten uns doch auf ihr Expertenwissen verlassen. Noch andere sprechen uns Menschen unsere Intution ab, wenn wir Hirntote als noch lebendig empfinden. Menschen die darüber aufklären wollen und sich wissenschaftlich damit befassen, um neue Erkenntnisse zu erringen, haben folgende Argumente.  Der Herzchirug,

Prof. Stapenhorst sagt beispielsweise:

„Im Hirntodkonzept steckt eine unzulässige Überbewertung des Gehirns. Die Aufspaltung des menschlichen Organismus in einen dienstbaren Körper und ein übergeordnetes, steuerndes, die menschliche Person verkörperndes Gehirn ist medizin-biologisch falsch.“

Ein anderer Arzt fragt sich und diese Aussage könnte eine gute Ergänzung zu Prof. Schapenhorsts Aussage sein:  „ob wir jemanden für tot erklären würden, der an Nierenversagen leidet? „

Nicola Sigmund- Schultze schreibt im April diesen Jahres in ihrem Beitrag – Darf man Hirntoten die Organe wegnehmen – in der Deutschen Ärztezeitung:

„Eine auch in Deutschland gängige Begründung für das Hirntodkonzept ist, dass das Gehirn an der Integrationsleistung der Organe (Anmerkung BiographinIW: Herstellung einer Einheit aus verschienen Einzelbestandteilen) den größten Anteil habe. Der Neurologe Professor D. Alan Shewmon von der University of California in Los Angeles widerspricht dieser Vorstellung, auch auf Basis eigener Befunde. Shewmon hatte in den 90er Jahren 175 Fälle von „chronischem“ Hirntod (Anmerkung BiographinIW Chronischer Hirntod bedeutet, dass die Hirntodkriterien noch mindestens eine Woche nach Feststellung des Hirntodes nachweisbar sind) beschrieben: Bei künstlicher Beatmung hatte es nach diagnostiziertem Ganzhirntod bis zum Herz-Kreislaufstillstand und deutlichem körperlichem Verfall teilweise mehrere Wochen gedauert (Neurology 1998; 51: 1538). ‚Die Sonderstellung des Gehirns werde überschätzt‘, so Shewmon.’Es sind die Interaktionen der Organe, die diese Integrationsleistung bewirken und für deren Funktion der Blutkreislauf am wichtigsten ist, nicht das Gehirn‘, sagte der Neurologe.“

„Hirntote haben Eigenschaften von toten und von lebenden Menschen“, konstatierte der Philosoph Professor Ralf Stoecker von der Universität Potsdam in Berlin. „Die Gesellschaft müsse die Frage beantworten, wie mit Hirntoten umzugehen sei. Unter dem Aspekt der Menschenwürde seien Hirntote wie schwer Bewusstlose zu behandeln.“ sagt Prof. Ralf Stoecker.

Noch weiter geht Linus S. Geisler in seinem Beitrag – Behütes Sterben und Organspende – .  Der anschaulich Bericht zeigt auf wie Hirntod ursprünglich weltweit definiert wurde und das es inzwischen global 30 unterschiedliche Kriterien für den Hirntod gibt. In einem Land würden wir beispielsweise für Hirntot erklärt werden. In einem anderen Land würde das abgelehnt. Diese dreißig unterschiedlichen Definitionen werden auch noch in einem Staat in den USA durchgeführte weltanschauliche Praktika ergänzt. Für orthodoxe Juden ist das Kriterium Hirntod inakzeptabel. Sie haben in diesem US – Bundesstaat erstritten, dass sie das letzte Wort bei der Hirntoddiagnose haben. Praktisch heißt das, der Mediziner bestätigt die Hirntoddiagnose. Der Angehörige lehnt das ab. Dann ist die Diagnose hinfällig. In Japan gilt die „Enge Zustimmungslösung“. Das bedeutet, niemand darf oder kann für jemand anderen die Entscheidung zur Organspende übernehmen. Der Spender muss zu Lebzeiten der Organentnahme und der Vorverlegung des Todeszeitpunktes zugestimmt haben. Kinder, da sie vor dem 15 Lebensjahr für unfähig betrachtet werden, sich über die Konsequenzen einer Organspende im Klaren zu sein, sind von der Organspende ausgeschlossen.
Wenn die Reaktionen und Fähigkeiten, die hirntote Menschen aufweisen und das Erfahrungswissen von Expertenstimmen stimmen, dann sind wir in dem Stadium, in dem wir bereit sind unsere Organe zu spenden:  STERBENDE MENSCHEN.

„Sterben ist Leben“,
wie es die Hospizbewegung immer wieder propagiert. Wenn Sterben Leben ist, dann sind wir in diesem Zustand Menschen,  die den Schutz dieses Staates genießen und ein Recht auf das im Paragraph 1 unseres Grundgesetzes haben:

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“

Wie mit der Würde von  Menschen, die im Sterben liegen, umzugehen sei, dafür hat der Deutsche Hospiz- und Palliativ- Verband klare Leitsätze gestellt. In Punkt 1 und 2 heißt es dazu:

1. Im Mittelpunkt der Hospiz- und Palliativarbeit stehen der schwerstkranke und sterbende Mensch jeden Alters und die ihm Nahestehenden. Sie benötigen gleichermaßen Aufmerksamkeit, Fürsorge und Wahrhaftigkeit. Die Hospiz- und Palliativarbeit richtet sich nach den Bedürfnissen und Rechten der schwerstkranken und sterbenden Menschen, ihrer Angehörigen und Freunde. Einbezogen sind insbesondere auch die Belange der Kinder.

2. Die Hospizbewegung betrachtet das menschliche Leben von seinem Beginn bis zu seinem Tode als ein Ganzes. Sterben ist Leben – Leben vor dem Tod. Im Zentrum stehen die Würde des Menschen am Lebensende und der Erhalt größtmöglicher Autonomie. Voraussetzung hierfür sind die weitgehende Linderung von Schmerzen und Symptomen schwerster lebensbeendender Erkrankungen durch palliativärztliche und palliativpflegerische Versorgung sowie eine psychosoziale und spirituelle Begleitung der Betroffenen und Angehörigen.  

Im Falle des Spendens von Organen ist es für uns ausgeschlossen, diese Fürsorge zu genießen. Statt dessen werden wir  zur Nummer degradiert (Namen entfallen in diesem Stadium,  da der Betreffende ja Hirntot ist), die 97% unseres Körpers, die sich noch im Leben befinden, heißen nun Restkörper. Oder schlimmer noch, wir werden als – human vegetable – bezeichnet. Wir sind also menschliches Gemüse, dass umgeben von bis zu 20 Menschen, dessen Organe „geerntet werden“ (explantieren). Die Tranplantationsmediziner sind unsere Sterbebegleiter. Mir bleibt an dieser Stelle der Gedanke aus der Hospizbewegung:

„Der Mensch sollte immer an der Hand eines Menschen sterben. Niemals durch die Hand eines Menschen.“

Das wünsche ich mir
Mein Verständnis ist mit all jenen Menschen, die ein neues Organ brauchen. Schade finde ich bei solchen Diskussionen nur, dass der Focus schwerlastig auf dem kranken Organ liegt (Auswirkung von etwas). Viele glauben, mit einem neuen Organ ist das Problem behoben. Wie auch Steve Jobs. Er bekam eine neue Leber. Dann hat er sich mit neuer Leber wieder voller Tatenkraft und gleichem Elan in sein altes Leben gestürzt.
Ich wünsche mir, dass wir den Focus darauf legen, als Menschen ganzheitlich zu heilen. In Körper, Geist und Seele. Das bedeutet, das  wir gemeinsam der Ursache unserer Krankheiten auf die Schliche kommen. Das wir uns fragen:

„Ist es möglich, dass andere uns heilen?“,

so wie es im Fall der Organspende der Fall ist. Das Organ des anderen verursacht unsere Heilung. Ich wünsche mir,  wir unsere Kräfte bündeln, um dem Geheimnis Heilung die Spur zu kommen.Ich wünsche mir,  dass wir erkennen, dass Heilung nur aus uns selbst heraus möglich ist. Das alles andere, dass Wissen der Ärzte, Medikamente, die Organe der anderen nur Hilfsmittel sind. Das wiederum kann nur jeder für sich tun. Denn wir alle sind unseres Rätsels Lösung. Ich wünsche mir, das wir auf den Grund unserer eigenen Geschichte tauchen, um den tiefen Sinn unserer Krankheiten auszuloten, der dort verborgen ruht. Das wir uns fragen, was uns diese Krankheit über unser Leben sagen will. Das wir erkennen, wo wir in Disharmonie mit unserem eigenen Leben sind und das wir lernen, die Zeichen zu deuten, die wir uns  über unsere Krankheiten mitteilen.
Ich wünsche mir ein Gesundheitssystem, dass Gesundheit belohnt, anstatt wie bisher das Kranksein. Ich wünsche mir, dass  die Frage:

„Wieso sind von 12.000 Nachfragen nach Organspenden 8.000 Nachfragen nach einer neuen Niere?“ auf einer breiten Ebene diskutiert wird.

Und dadurch die Frage auftaucht: „Welche Geschichte erzählt eine Niere, die versagt?“

Das wir erkennen, dass ein Problem  – und das wußten schon große Denker wie Plato – nie auf der Ebene gelöst werden kann, in der es entstanden ist.
Die Todesangst ist die größte Angst, die wir in uns tragen.  Sie ruht in unser aller Unbewussten, so wie die böse 13. Fee in dem Märchen von Dornröschen. Wir können diese Angst nur überwinden, wenn wir wie Dornröschen (geistig) erwachen. Angst kann sich nur durch konzentrierte Hinwendung, Geduld, Liebe, Annahme und unendliche Beschäftigung mit der Materie in Vertrauen verwandlen. Mit der Erkenntnis, dass der Tod eine wichtige Inkredenz unseres Lebens ist. Oder wie es Elisabeth Kübler-Ross, die Grande Dame der Sterbeforschung sagte:

„Der Schlüssel zum Tod, öffnet die Tür zum Leben.“

Herz, foto winter pixelio

Meine Empfehlung
Setzen Sie sich ganz genau mit dem Thema auseinander.  In all dem für und wider, in neuen Gesetzen und öffentlichen Diskussionen liegt unsere Chance in der Übernahme von Verantwortung für unser Lebensende. So wie wir es für unser Leben tun, ist es gut, auch für unser Sterben und unseren Tod Verantwortung zu übernehmen.
Mit meinem, einen wertschätzenden Verlag suchenden Buch:  „Kunstvoll Abschied nehmen – vom Sterben im Leben und im Tode“ (Arbeitstitel), gebe ich Ihnen einen Wegweiser in die Hand, der  Sie Schritt für Schritt durch dieses schwierige Terrain führt. Ein Begleiter, der Sie mittels theoretischen Wissens und unzähliger Wortmeldungen von Angehörigen, Betroffenen und Experten, unterstützt sich Ihren eigenen Standpunkt zu bilden und Sicherheit für Ihr Lebensende zu gewinnen.

Mein heutiger Tipp zum Thema Organspende
Fordern Sie von Krankenkassen und von der Politik, von der Stiftung Deutsche Organspende und von denen, die möchten, dass Sie Organspender werden,  ergebnissoffene Aufklärung. Stellen Sie Fragen wie beispielsweise diese:

„Was geschieht mit meinem Körper, wenn die zwei vorgegebenen Untersuchungen zur Feststellung meines Hirntodes erfolgt sind“ 
„Wann bin ich wirklich tot?“
„Wird mein Sterbeprozess gestört?“
„Entsteht mir ein Schaden durch die Entnahme meiner Organe?
„Wie lange wird mir als Mensch Würde zugesprochen?“

Dann fragen Sie sich:

„Will ich all meine Organe spenden? Oder bin ich ein Spender – eine Spenderin mit Einschränkungen?“
„Wird es je eine ‚leere Warteliste‘ über diesen Lösungsweg geben?“

Gebraucht werden: ‚Herz, Lunge, Leber, Bauchspeicheldrüse, Milz, Nieren, Gewebe, Gesicht, Augen, Haut, Knochen, Knorpelmasse, Hirnhäute, Bänder, Gliedmaßen‘

Formulieren Sie Ihre persönlichen Erkenntnisse genau in Ihrer Patientenverfügung oder im Organspendeausweis.  Schreiben Sie beispielsweise:

„Ich bin bereit …. zu spenden. Ich  lehne es ab … zu spenden.“ 
Oder, wenn Sie bereit sind, all Ihre körperlichen Bestandteile zu spenden, dann schreiben Sie:  “ Ich bin bereit zur Organspende.“  Bedenken Sie dann bitte, dass Sie einer Mulitorganentnahme zustimmen. Notieren Sie unbedingt:Ich will, dass mir unter Narkose meine Organe und Gewebe entnommen werden.“  Diesem Wunsch müssen die Transplantationsmediziner Folge leisten. Eine Verpflichtung zur Narkotisierung von hirntoten Menschen fehlt bisher.

Haben Sie den Mut, Organspende abzulehnen. Das ist ok. Niemand kann von Ihnen ein derartiges Geschenk für andere Menschen erwarten. Vermerken Sie das ganz explizit in einem Schriftstück, wie der Patientenverfügung. Beispielsweise:

„Ich lehne es ab, meine Organe oder Gewebe zu spenden. Ich widerspreche einer Nutzung meines Körpers für Forschungsvorhaben.“

Tragen Sie die Dokumentation in die Patientenverfügung und in den Organspendeausweis ein. In letzteren kann auch Ihre Ablehnung eingetragen werden. Tragen Sie Ihre Entscheidung immer mit sich, überdenken Am besten beim Personalausweis oder bei der Gesundheitsversicherungskarte. Sprechen Sie mit Ihrer Familie über Ihre Entscheidung zur Organspende. Vor allem aber seien Sie sich darüber gewiss:

„Die von Ihnen getroffene Entscheidung ist richtig und die Wahrheit. Weil Sie Ihrem persönlichen Erkenntnisprozess entspringt.“

10.09.2016 „Motherdrum Healing“ … Krankheit und Heilung auf wundervolle Weise erklärt. Gänsehaut

Weiterführende Links
Patientenverfügung aufsetzen und Vorsorge fürs Lebensende treffen

Ethikkommission Göttingen –
Forschungsvorhaben an Nichteinwilligungsfähigen

Nehmt mir die Hand wieder ab
Spirtuelle Aspekte der Organverpflanzung

Erste Patientin mit fremdem Gesicht tot

Grüne plädieren dafür,
dass die Krankenkassen es vorerst unterlassen, Organspendebriefe
zu versenden

Expertenhotline Biographin Irene Wahle

Gratis Downloads zum Thema Patientenverfügung

Ich widerspreche der Entnahme von Organen oder Geweben
Beitrag des Journalisten Alexander Kissler

Geheimnis und Wunder der Heilung

Warum Frauen in China von Brustkrebs verschont bleiben

Die Heilkraft des inneren Arztes

Heilung, die von innen kommt

Hirntote – Taylor Hale – wieder aufgewacht

P.S. Was aktuell passiert
04.12.2015 Wissenschaftliche Studie an 2000 Patienten belegt: Leben nach dem Tod ist möglich
Bei der größten je zu dem Thema durchgeführten Studie fanden Forscher Beweise dafür, dass das Bewusstsein erhalten bleibt, auch wenn das Gehirn nicht mehr arbeitet. Die besagte Studie wurde von Wissenschaftlern der University of Southampton durchgeführt und in der Fachzeitschrift Resuscitation veröffentlicht.

»Entgegen dem äußeren Eindruck ist der Tod kein spezifischer Moment, sondern ein potenziell umkehrbarer Prozess, der einsetzt, wenn Herz, Lungen und Gehirn nach einer schweren Krankheit oder einem Unfall nicht mehr arbeiten«, sagt Erstautor Dr. Sam Parnia. »Wird der Versuch unternommen, diesen Prozess umzukehren, so sprechen wir von einem ›Herzstillstand‹, unterbleibt dieser Versuch, sprechen wir von ›Tod‹«.

Fast 40 Prozent der Befragten erinnerten sich an eine Art Bewusstsein nach einem Herzstillstand (nachdem sie für klinisch tot erklärt worden waren). (Quelle: Pravda TV)

16.01.2014 Offener Brief von der Medizinerin Andrea Wilmowski
der Brief ist aus dem Oktober 2013 und ich habe ihn heute gefunden. Sie erläutert sehr anschaulich die dunkle Seite der Organspende und erzählt, wie wir zu Tode definiert werden. Der offene Brief ist sehrhörenswert, berichtet auch über die Historie der Transplantationsmedizin und die Unmöglichkeit einem Toten Organe zu entnehmen.

06.Dezember 2013 Gedanken von Max Planck entdeckt:
Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen, die Religion zum Handeln, weil wir mit unseren Willensentscheidungen kaum warten können, bis unsere Einsichten vollständig, und bis wir allwissend geworden sind“, erkannte Max Planck, der deutsche Physiker und Begründer der Quantentheorie. (1858-1947)

12.November 2013 Mehr Menschen mit Organspendeausweis
teilt die Bundesregierung über Ihren Pressesprecher Steffen Seibert mit. Organspenden sind in diesem Jahr weiter rückläufig. Aber 14,3 Prozent der Menschen mit Organspendeausweis würden Organe spenden. Das heißt im Umkehrschluss 84,7 Prozent entscheiden sich dagegen.

11.November.2013 „Offene Tür bei einer Krankenkasse für eine ergebnisoffene Diskussion“
Vor kurzem erreichte mich das erste Schreiben meiner Krankenkasse zur Organspende. Das erste von denen, die mich nun regelmässig alle 2 Jahre erreichen werden, um nach meinem  Willen für Organspende zu fragen.
Die Krankenkasse übernimmt dabei die Funktion, die sonst Ärzte inne haben, wenn wir beispielsweise vor einer OP stehen.  Der Arzt klärt dabei über die Heilungschancen, genau wie über „Risiken und Nebenwirkungen auf“, um es salopp zu sagen.
Das hatte ich mir auch von meiner Krankenkasse gewünscht. Eine ergebnisoffene Ansprache, die mich über für und wider der Organspende aufklärt. Anstatt dessen ereilt mich ein Schreiben, dass ausschließlich pro Organspende ist und mir subtil suggeriert, ich möge mich doch mich mit den „kranken Menschen“ solidarisieren und meine Organe im Falle des Falles zur Organspende frei geben. Ein Hinweis, an wen ich mich für Fragen diesbezüglich wenden kann und oben bereits angesprochener Organspendeausweis mit den Wahlmöglichkeiten sind auch dabei. Allerdings ist auf dem Organspendeausweis  so wenig Platz, dass ich mich frage, wo ich meinen Willen wirklich bekunden soll.

OrganspendeausweisDen breitesten Raum nimmt die Spalte ein, in der ich es anderen überlasse, für mich die Entscheidung zu treffen.
Ich bin irritiert und lasse erst einmal alles liegen.
Heute nun der Impuls: „Irene, ruf bei dem Vorstand dieser Kasse an und gib deiner Irritation Raum.“ Das mache ich und tatsächlich, wie geführt erreiche ich diesen, meiner Krankenkasse vorstehenden Menschen. Ich bringe meine Bedenken vor. Bekräftige dabei, dass es mir fern liegt, für oder gegen Organspende zu plädieren. Es gehe mir um eine ergebnisoffene Aufklärung, so wie sie der Gesetzgeber vorschreibt. Und ich wünsche mir, dass das im Rahmen dessen geschieht, dass die Krankenkasse ja als meine Interessen als versichertes Mitglied wahrnehmen sollte. Dann verweise ich auf diesen Blogbeitrag hier und schlage vor, dass ich den Link zu diesem an ihn versende, damit er weitere Anregungen zum Bedenken für das versenden der Schreiben bekommt.
Zu meinem Erstaunen treffe ich auf offene Ohren, die meine Bedenken und meinen Vorschlag annehmen. Es wird mir sogar noch mehr zuteil. Bei der nächsten Versendung wird das Schreiben  nochmals sensibel zu überarbeiten und in diesen Prozess mein Feedback einzuholen. Segen Ihnen auf Ihren Wegen! Da fühle ich einmal mehr, dass ich die richtige Krankenkasse gewählt habe!

21.10.2013  „Es ist die Aufgabe der Wissenschaft“
Zufällig sitze ich im Zug nach Hamburg mit einem Wissenschaftler zusammen, der mir einen denkwürdigen Satz mit auf den Weg gegeben hat:

„Die Wissenschaft hat den Auftrag, indem Moment, indem sich neue Erkenntnisse über eine bisherige wissenschaftliche Theorie ergeben, diesen nachzugehen und sie zu überprüfen, um daraus folgend neue Erkenntnisse zu gewinnen.“

Warum beharren dann die Befürworter dieses Konzepts trotz neuer wissenschaflicher Erkenntnisse auf das, was einst ausschlaggebend war?

23.September.2013_„Interessentenliste für „Kunstvoll Abschied nehmen – vom Sterben im Leben und im Tode füllt sich“
Ich bin erstaunt.  Das Buch sucht noch einen Verlag und eine Liste mit Menschen, die das Buch kaufen wollen, füllt sich bereits. Wenn Sie dazu zählen, senden Sie mir einfach über das Kontaktformular unverbindlich Ihren Wunsch zu. Wenn das Buch erschienen ist, informiere ich sie.

20.Mai.13  „Manipulation der Dringlichkeitsliste für die Organspende“
Seit Veröffentlichung dieses Beitrages wurden an einigen deutschen Krankenhäusern Betrugsfälle aufgedeckt, in denen Ärzte mit Hilfe der Manipulation der Dringlichkeit ihrer Patienten die Platzierung auf den Wartelisten für Organspenden manipuliert hatten. Jetzt wurde, wie es in der Mitteldeutschen Zeitung online heute zu lesen ist:

„Nach monatelangen Beratungen haben sich die Gesundheitspolitiker aller Bundestagsfraktionen doch noch auf Änderungen bei der Organspende geeinigt. Als Konsequenz aus den Betrugsfällen in mehreren Transplantationszentren soll die Manipulation von Wartelisten künftig unter Strafe gestellt werden. Zudem müssen die von der Bundesärztekammer erstellten Richtlinien unter anderem zur Feststellung des Hirntodes und zur Aufnahme auf eine Warteliste in Zukunft vom Bundesgesundheitsministerium genehmigt werden.“

Irene Wahle ist seit 2004 freiberuflich als Biographin im deutschsprachigen Raum tätig. Sie schreibt und produziert in Kooperation mit ausgewählten Netzwerkpartnern kostbar gestaltete Biographien, Lebens-Zwischen-Bilanzen und Firmenchroniken. 2008 wurde sie für die von ihr geschriebenen Lebenserinnerungen: „Kandelaber-Heckmann “ mit dem 1. „Deutschen Biographiepreis“ ausgezeichnet. BiographinIW ist als Expertin für Lebens – und Unternehmensbücher ins „Netzwerk der Besten | Großer Preis des Mittelstands“ aufgenommen worden. Mit ihrer Arbeit setzt sich Irene Wahle dafür ein, Leben zu klären, Erinnerungen als wichtigen Bestandteil unserer Kulturgeschichte zu bewahren, Lebensleistungen zu würdigen und Visionen zu entwickeln. Tel. +49 381 68 63 874 biographie[at]irene-wahle.de

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