50. Ball „Großer Preis des Mittelstands“ zelebriert deutsche Wirtschaftskraft (1)

meine letzten beiden Tagebucheinträge  in diesem Jahr widme ich einem Highlight in der deutschen mittelständischen Unternehmerlandschaft.
Dem 50. Ball „Großer Preis des Mittelstands“. Dank vieler guter Fügungen erhielt ich im Herbst diesen Jahres eine Einladung zu selbigem. Und zwar von dem Erfinder des Wirtschaftspreises und einem der beiden Vorstände der Oskar – Patzelt – Stiftung, Dr. Helfried Schmidt.  Die OPS, wie sie kurz genannt wird, lobt den begehrtesten deutschen mittelständischen Wirtschaftspreis aus. Hier wird in den Focus gerückt und geehrt, was gut ist, was glänzt, wer herausragt aus dem Unternehmertum und wer unsere Gemeinschaft stärkt und voranbringt…

Wer oder was  aber oft außerhalb unserer Wahrnehmung liegt, weil Meldungen über Katastrophen, Krisen, Staatspleiten und Kriege in unserer Welt tagtäglich über die Medien über uns hereinschwappen und dabei unseren Blick verschleiern.

Ein Wirtschaftspreis, der 1994 über einen Impuls des Mathematikers
Helfried Schmidt, der seinen Doktor in der Psychologie der Mathematik machte, das Licht der Welt in Leipzig erblickte.
Ein Jahr später,  1995, wurde die Wirtschaftauszeichnung dann zum ersten Mal vergeben.
Leipzig ist eine Großstadt im Herzen Deutschlands und gilt seit dem Mittelalter als Zentrum des Handels und Wandels in Europa. Ein Ort an dem die Kaufleute sich auf der berühmten Leipziger Messe trafen, Geschäfte machten, Informationen austauschten und Netzwerkarbeit betrieben. Eine Stadt, die  stetig Geschichte schrieb und die sich bis in die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts zum industriellen Zentrum in Deutschland entwickelte. Dann wurde im Zweiten Weltkrieg über drei Jahre die Bevölkerung von Scheinangriffen der Allierten demoralisiert. Das städtische Juvel in der deutschen Unternehmenslandschaft rückte in den Jahren nach der Zerstörung und  durch die Teilung Deutschlands etwas aus dem Focus der gesamtdeutschen Aufmerksamkeit. Trotz allem blieb Leipzig eine Messe-, Industrie –  und Kunststadt. Speziell die Buchkunst ist fast seit den Anfängen hier zu Hause, genau wie die Lehre.
1989 machte Leipzig  wieder von sich reden, als die Stadt  die zur Keimzelle der friedlichen Revolution in Deutschland wurde. Jene Stunden,  in denen die Montagsdemonstrationen vom Unmut der Menschen sprachen und damit die Wiedervereinigung einläuteten.
Kurz und knapp, eine Metropole, die über ihre  bemerkenswerten Söhne und Töchter schon immer einen Faible für große Ereignisse hatte. Wie eben dieses, dass der „Große Preis des Mittelstands“  von Leipzig ausgehend,   über die ostdeutschen Regionen hinweg seinen friedvollen Siegeszug antrat und im Jahr 2002 den westlichen Teil unseres Landes erreichte.  Dr. Helfried Schmidt bekam bald Unterstützung durch Petra Tröger. Der eine der Visionär, der großen Ideen Gestalt verleiht, sie Realität werden lässt und die andere die Finanzfrau, die dafür sorgt, dass diese Gestaltungen auf fruchtbarem Boden gedeihen. Sie gründeten eine Stiftung, die Oskar-Patzelt-Stiftung, die den „Großer Preis des Mittelstands“ finanziert und bauten mit Gleichgesinnten das OPS-Netzwerk auf.

„Nichts ist so unaufhaltsam wie eine Idee, deren Stunde gekommen ist“

Der Preis, der nach dem Leipziger Arzt  Oskar – Patzelt benannt wurde, ehrt mittelständische unternehmerische Leistungen und soziales Engagement. Für den „Großer Preis des Mittelstands“ ist eine Nominierung erforderlich. 2011 zum Beispiel wurden 3552 herausragende Unternehmen von Kommunen, Kammern, Unternehmen und Bürgern für den Wettbewerb vorgeschlagen.
„Es sind Firmen, die mit starken Werten, klarer Strategie und hoher Flexibilität ihren Kurs steuern. Betriebe, die teilweise über Generationen hinweg Erfahrungen in der Bewältigung von Krisen und Strukturumbrüchen gesammelt haben“, wie es in dem Beitrag von Dr. Helfried Schmidt: „Die stillen Stars“ heißt.
Diese Betriebe  haben das klare Ziel vor Augen, sich stetig weiter zu entwickeln und investieren das dafür notwendige Kapital. Mit dem Ergebnis, dass sie ihr Potenzial stetig auf eine höhere Stufe heben. Dr. Schmidt schreibt: „Es sind Firmen, die sich um Menschen kümmern und täglich ihre Regionen stabilisieren.  Sie sind die Wachstums- und Werteelite (Anmerkg. IW: Was für eine Wortkreation!) Deutschlands.“
Die isw Benchmarkstudie 2011 bemerkt: „Der ‚Große Preis des Mittelstands‘ ist der Wirtschaftspreis der deutschen mittelständischen Wirtschaft“ und die Präsidentin des Bayrischen Landtags, Barbara Stamm, fügt hinzu: „Wer hier nominiert wurde, hat allein durch diese Auswahl bereits eine Auszeichnung 1. Güte erfahren.“

Die einzige treibende Kraft am Arbeitsmarkt
Der Preis macht sichtbar, was sonst oft im Verborgenen ruht: Er zeichnet die herausragensten Macher und Macherinnen der „einzigen treibenden Kraft – dem Mittelstand – am Arbeitsmarkt“ (O-Ton KfW Panel) aus.  Die Oskar-Patzelt Stiftung anlayisiert in ihren Wettbewerbsstudien den Mittelstand. Dr. Helfried Schmidt schreibt: „Zum Mittelstand gehören in Deutschland 99% aller Unternehmen. Die für den 17. Wettbewerb 2011 nominierten Unternehmen beschäftigten per 31.12.2010 zusammen rund 1,345 Millionen Mitarbeiter. Sie steigerten ihre Mitarbeiterzahl zwischen 2006 und 2010 – trotz Krise – um 32 Prozent.“ Weiterhin bemerkt er: “ Die Eigenkapitalquoten der Wettbewerbsteilnehmer stiegen von 2008 bis 2010 trotz Krise von 33 auf 37 Prozent. Die Eigenkapitalquote wird ganz bewusst als Krisenpuffer gemanagt. Mehr als 90 Prozent der Wettbewerbsteilnehmer betreiben ein Risikomanagement.“
Was mich als Beobachterin genauso froh stimmt, sind die optimistischen Aussichten für die Zukunft, die die von der OPS befragten Unternehmer prognostizieren:

„68 Prozent glauben“, so besagt es die Analyse der OPS, „dass sich die allgemeine Wirtschaftslage in den nächsten Jahren verbessern wird und sogar 79 Prozent sind sich sicher, dass die eigene Geschäftssituation (noch) besser wird.“

Die Menschen, die diese Wachstums- und Wertelite
bilden, werden in einem zertifizierten Verfahren und mit Hilfe von 40 Außenstellen der Stiftung ausgewählt und dann mit einem Oskar (Patzelt)  ausgezeichnet. Das ist eine bronzene Statue und heißt dann „Großer Preis des Mittelstands“, der gewichtig etwas auf die Waage bringt. Die erste Bronzeplastik ist 4500 Jahre alt. Ein Horus, einer der höchsten Götter der alten Ägypter. Die Wertigkeit des Materials zog sich durch die Geschichte. Seit dem Altertum und über das Mittelalter hinweg war sie der Darstellung von Kaisern vorbehalten.  Noch heute gilt, wer etwas auf sich hält, legt sich Plastiken aus  diesem edlen Metall zu. Wie eben einen „Großen Preis des Mittelstands.“
Wer es schafft, wieder vorgeschlagen und ausgezeichnet zu werden, bekommt einen Oskar (Patzelt) aus weißem Gold,  aus Porzellan.
Schirmherren sind acht Herren der Schöpfung, die Ministerpräsidenten aus acht Bundesländern. Vergeben werden der „Große Preis des Mittelstands“  für  anhaltendes werteorientiertes Wachstum mit dem Ziel: „die Kultur der Selbstständigkeit nach dem Motto:

„Gesunder Mittelstand – Starke Wirtschaft – Mehr Arbeitsplätze“

zu fördern. Genauso wichtig sind Kriterien wie die ethischen Werte:  Respekt, Achtung, Kooperation und Anerkennung unternehmerischer Tätigkeit und unternehmerischer Tugenden. Der Wettbewerb fragt neben betriebswirtschaftlichen Erfolgen nach Beschäftigungs- und Innovationskennziffern. Außerdem bewertet er ein Unternehmen:  in seiner Gesamtheit und in seiner Rolle in der Gesellschaft.  Das Fehlen eines Kriteriums kann zum Ausschluss führen. Wettbewerbskriterien sind:

  1. Gesamtentwicklung des Unternehmens
  2. Schaffung/Sicherung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen
  3. Modernisierung und Innovation
  4. Engagement in der Region
  5. Service und Kundennähe, Marketing.

Für mich war es eine Ehre zu diesem Event eingeladen worden zu sein und außerdem eine starke Erfahrung, zu hören und zu sehen, zu welchen Höchstleistungen Menschen fähig sind. Geschichten erzählt zu bekommen,  welchen Erfindungsgeist Unternehmer entwickeln, um die großen Prüfungen der selbst gewählten Aufgabe zu meistern. Das Herz lief einer über, als ich den Erzählungen lauschte, was Menschen für ihre Mitmenschen tun.  Genauso eindrücklich war es für mich mitzuerleben, was geschieht, wenn Menschen sich anstatt um die Probleme in der Welt um ihren eigenen Acker kümmern. Ihn mit Erfindungsgeist über schwächelnde Jahre hegen  und sich dabei selbst treu bleiben. Wie sie ihr Feld mit Geduld, Liebe und Beharrlichkeit pflegen und dann den Lohn ihrer Mühen ernten. Mit guten Betriebsergebnissen, mitmenschlichem Miteinander und eben …  mit einem „Großer Preis des Mittelstands.

Wenn Sie wissen wollen, wie Menschen, die feste arbeiten können, ausgezeichnet und Feste feiern, dann lesen Sie am 29. Dezember den zweiten Teil dieses Beitrages.

 

(Quellen: www.mittelstandspreis.de/stille-stars; Wikipedia, Unternehmertipps.de, )

P.S. Wenn Sie diesem Link folgen, kommen Sie zu Teil 2 des Blogbeitrages: „50. Ball Großer Preis des Mittelstandes“

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Irene Wahle ist seit 2004 freiberuflich als Biographin im deutschsprachigen Raum tätig. Sie schreibt und produziert in Kooperation mit ausgewählten Netzwerkpartnern kostbar gestaltete Biographien, Lebens-Zwischen-Bilanzen und Firmenchroniken. 2008 wurde sie für die von ihr geschriebenen Lebenserinnerungen: „Kandelaber-Heckmann “ mit dem 1. „Deutschen Biographiepreis“ ausgezeichnet. BiographinIW ist als Expertin für Lebens – und Unternehmensbücher ins „Netzwerk der Besten | Großer Preis des Mittelstands“ aufgenommen worden. Mit ihrer Arbeit setzt sich Irene Wahle dafür ein, Leben zu klären, Erinnerungen als wichtigen Bestandteil unserer Kulturgeschichte zu bewahren, Lebensleistungen zu würdigen und Visionen zu entwickeln. Tel. +49 381 68 63 874 biographie[at]irene-wahle.de

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