Vom Sterben im Leben & der Gewissheit, dass für jeden von uns alles möglich ist

Die nebligen Novembertage liegen hinter uns und gerade greift hier im Norden klirrende Kälte um sich. Das Jahr stirbt. Mutter Natur breitet sanft ihr Leichentuch aus. Und unter dieser weißen Pracht erneuert sich das Leben für eine weiteres Erwachen im nächsten Frühjahr.  Da frage ich mich: Finden solche Prozesse nur außerhalb von uns, im Sterben und in der Neugeburt von Galaxien, Sternen und unserer Mutter Erde statt? Oder ist Sterben etwas, dass uns mitten im Leben einholen kann.  Eben so, wie es Rainer Maria Rilke, der große Poet des Todes formulierte: „Der Tod ist groß, wir sind die Seinen lachenden Munds, wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen, mitten in uns.“
Eine Antwort auf diese und andere Fragen gibt der von mir geschätzte Netzwerkpartner Volker Geyer.  Von ihm habe ich einen Gedanken, der wie ich finde, wie eine goldene Kugel die Zeitalter durchströmen sollte und den ich sogleich in meine Vision eingebaut habe:“sich nur mit angenehmen und wertschätzenden Kunden und Geschäftspartnern umgeben.“ Wenn Sie mehr über Volker Geyer erfahren möchten, dann bitte weiter lesen …


Als Geschäftsführer steht der Meister und Betriebswirt
des Handwerks Unternehmen vor, die vom einfachen Anstrich bis hin zur hochwertigsten im Innen – und Außengestaltung die Wünsche ihrer anspruchsvollen Kunden realisieren. Und das  vom Kleinauftrag bis hin zur Renovierung und Gestaltung ganzer Häuser. Die Europäische Union zeichnete den mittelständischen Werteunternehmer für seine Leistungen im vergangenen Jahr aus.

1. Glauben Sie, Volker Geyer, dass das Sterben ein Ereignis ist, dass mitten im  unserem Leben stattfinden kann?
Wenn ja, welche Erfahrung erinnern Sie in diesem Zusammenhang? Wie haben Sie sich zu jener Zeit gefühlt?
Sterben ist meiner heutigen Meinung nach nichts Schlimmes und ja, es kann mitten im Leben stattfinden. Durch eine viele Jahre zurückliegende Firmeninsolvenz hatte ich das Gefühl, wirtschaftlich bereits „unter der Erde“ gewesen zu sein.
Bevor das geschah, war ich Inhaber und Geschäftsführer eines Putz- und Malerunternehmens mit 65 angestellten Mitarbeitern.
Meine wirtschaftliche Zukunft schien gesichert.
Bis zu dem Tag, als ich für die Steuerschuld eines meiner Subunternehmer in Verantwortung genommen wurde.
Das Finanzamt verlangte von meiner GmbH die Zahlung eines hohen 6-stelligen Betrages.
Leider war es unmöglich, diesen Vorgang zu stoppen, so dass diese GmbH Insolvenz anmelden musste.
Alles fiel wie ein Kartenhaus in sich zusammen, auch meine persönliche wirtschaftliche Situation.
Der intensive Zusammenhalt unserer Familie und die Rückendeckung die ich dabei bekam, waren in dieser Zeit wichtig für mich und eine herzliche Erfahrung, die sich einbrannte.
Wenige Wochen nach diesem Ereignis zog ich mich für ein paar Tage zurück, um nachzudenken. Meine Reflexion war getragen von der  inneren Gewissheit, dass ich wieder unternehmerisch tätig sein wollte.


2. Welche(s) Geschenk(e) haben Sie aus der daraus folgenden „Auferstehung“ mitgenommen?
Ihre Frage ist überaus treffend formuliert. Meinem ärgsten Feind – den es nicht gibt -wünsche ich nicht das, was ich damals erleben musste. Ein riesiges „Geschenk“ für mich ist es, das ich seit dieser Zeit die Dinge aus einer anderen Sichtweise betrachte. Das Leben danach ist Lust und Leidenschaft.
Heute sehe ich die damaligen Ereignisse und die damit entstandene Berufungsfindung als Grundstein für das, was bei mir mittlerweile entstehen durfte. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage:

„Nur durch dieses Desaster konnte mein heutiges Leben aus mir heraus wachsen“.

Zwei positive Erfahrungen habe ich damals unmittelbar machen dürfen:
Erstens  hatte ich überhaupt keine persönlichen Probleme damit, materiell – auch nach außen hin sichtbar – deutlich zurückstecken zu müssen.
Und zweitens konnte ich, nachdem ich mir Zeit zum Nachdenken genommen hatte, wieder Ziele formulieren und motiviert nach vorne agieren. Ich überlegte mir, was ich in meinem beruflichen Leben künftig alles machen wolle und was nicht.
Beide Erfahrungen haben mich gestärkt. Dadurch habe ich die Sicherheit gewonnen furchtlos jedem Sturm der Welt entgegen treten zu können.

„Wachstum hat heute für mich nur noch wenig mit Umsatz – und Mitarbeiterzahlen zu tun. Solches Wachstum bezeichne ich als ‚Wachstum um jeden Preis.‘ Mir ist anstelle dessen „stabiles Wachstum“ wichtiger. 

Das bedeutet für mich, dass Inhalte, Werte und Visionen den Rahmen für eine beständige und dauerhafte Unternehmensentwicklung bilden.“

Etwa drei Jahre nach dem unternehmerischen Aus startete ich beruflich neu mit „Aperto“ und später kamen  dann die  „Malerische Wohnideen“ dazu.Beides sind heute geschützte Marken, die von einer Unternehmensvision getragen sind:

„Wir arbeiten ausschließlich mit loyalen und wertschätzenden Kunden und Geschäftspartnern zusammen.
Wir erledigen nur werthaltige und individuelle Aufgaben. Unsere unternehmerische Unabhängigkeit ist der Antrieb dafür, dass wir mit unserem Malerfachbetrieb einen einzigartigen Unternehmensweg gehen.“

Menschen und Wertschätzung stehen wie gerade beschrieben seit jenen Tagen bei mir im Mittelpunkt und die persönliche Freiheit, meinen individuellen Weg zu gehen.
Der Sinn meines Lebens hat sich verändert nach Inhalten und Werten. Die Neugierde nach weiteren (inhaltlichen) Dimensionen brennt lichterloh.

Heute weiß ich:

„Die Dinge mit denen du dich beschäftigst, beschäftigen sich auch mit dir.“

Dieses im Innen wie im Außen funktionierende Naturgesetz habe ich in den vergangenen Jahren intensiv erfahren und verinnerlicht.
Durch meine intensive Auseinandersetzung erkannte ich:

„Alles ist möglich, für jeden von uns!“  

Volker Geyer, Foto privat

3. Wie wollen Sie einmal erinnert werden?
Ich möchte als Mensch erinnert werden, der seinen Weg gegangen ist und der sich den Herausforderungen seines Lebens stellte. Als jemand, dem der Zusammenhalt in seiner Familie und mit seinen engsten Mitmenschen wichtig war.

 

 

Danke, Volker Geyer, für Ihren persönlichen und authentischen Gastbeitrag. Ihnen weiterhin viel Erfolg, Gesundheit und Zufriedenheit für Ihr Leben.

 

Weiterführende Links
Blog mit Reportagen von Baustellen
www.malerische-wohnideen.de/blog

Zu Gast bei  –  Mieten, Wohnen – Kaufen
Malerische Wohnideen und Volker Geyer – ein Beitrag in dem Unternehmermagazin Impulse

 

P.S. Eine abschließende Frage an Volker Geyer, gestellt auf seinem Blog, lautete: „Was hat Ihnen die Auseinandersetzung mit dem  Ausklang unseres Daseins gebracht?

Volker Geyer antwortete: „Liebe Frau Wahle, […] Dieses Thema ist seit einiger Zeit kein furchteinflössendes mehr. Das hat verschiedene Gründe, weil sich meine Haltung dazu verändert hat. Allerdings ist mir durch Ihre Fragen erst bewusst geworden, dass extreme Lebenssituationen mit dem Ende des Daseins durchaus etwas gemein haben, sofern man eine entsprechende Sichtweise anwendet.“

 

Irene Wahle ist seit 2004 freiberuflich als Biographin im deutschsprachigen Raum tätig. Sie schreibt und produziert in Kooperation mit ausgewählten Netzwerkpartnern kostbar gestaltete Biographien, Lebens-Zwischen-Bilanzen und Firmenchroniken. 2008 wurde sie für die von ihr geschriebenen Lebenserinnerungen: „Kandelaber-Heckmann “ mit dem 1. „Deutschen Biographiepreis“ ausgezeichnet. BiographinIW ist als Expertin für Lebens – und Unternehmensbücher ins „Netzwerk der Besten | Großer Preis des Mittelstands“ aufgenommen worden. Mit ihrer Arbeit setzt sich Irene Wahle dafür ein, Leben zu klären, Erinnerungen als wichtigen Bestandteil unserer Kulturgeschichte zu bewahren, Lebensleistungen zu würdigen und Visionen zu entwickeln. Tel. +49 381 68 63 874 biographie[at]irene-wahle.de

11 Antworten auf Vom Sterben im Leben & der Gewissheit, dass für jeden von uns alles möglich ist

  • Gefällt mir gut. Sehr schön! 🙂

    Mit farbenfrohen und 🙂 Grüßen, Ihr Opti-Maler-Partner,
    Werner Deck

    • BiographinIW sagt:

      Lieber Herr Deck,

      vielen Dank für Ihr Feedback und die Verbreitung von Volker Geyers empathischen und persönlichen Gastautorenbeitrages.

      Ihnen und Ihrer lieben Lieben eine besinnliche Adventszeit
      BiographinIW

  • Bianca Schwacke sagt:

    Ein sehr schöner Beitrag, welcher motiviert, weiterzumachen und durchzuhalten, egal wie stürmisch die Zeiten sind.
    Jede überstandene Zeit im Vertrauen an die eigene Vision lässt uns immer stärker werden um großartige Dinge zu erreichen.

    Viele Grüße
    Bianca Schwacke

    • BiographinIW sagt:

      Liebe Frau Schwacke,

      vielen Dank für Ihr Feedback, dass ich zu 100% mit Ihnen teile und das mir einmal mehr vor Augen führt, dass der Weg zum Erfolg steinig ist. Aber das dran bleiben, beharrlich sein, eine Vision verfolgen und an sich selbst zu glauben wie ein Naturgesetz zum Ziel führen.

      Sie schreiben:

      „Jede überstandene Zeit im Vertrauen an die eigene Vision lässt uns immer stärker werden um großartige Dinge zu erreichen.“ … Danke für diesen Satz. Wunderbarer kann eine es kaum ausdrücken.

      Ihnen für die Verwirklichung Ihrer Visionen das Allerbeste!

      Mit guten Grüßen
      BiographinIW

  • Heike Eberle sagt:

    Liebe Frau Wahle,
    lieber Volker,

    sehr berührende Zeilen mit guten Fragen, die einem das Herz öffnen. „In jedem Neuanfang steckt ein besonderer Zauber“ so sehe ich das Leben und die Herausforderungen, die uns täglich gestellt werden.

    Mit herzlichen Grüßen
    Heike Eberle

    • BiographinIW sagt:

      Liebe Heike Eberle,

      danke für Ihre Zeilen, denen ich mich nur anschließen kann. Ich bin sehr gerührt, mit welcher Offenheit Volker Geyer einem seiner – sicherlich – schmerzvollsten Zeit begegnet. Aber genauso darüber, wie „reich ihn sein Leben beschenkt“, weil er seinem eigenen Lebensplan folgt. Davor habe ich große Achtung.

      Die guten Fragen – da habe ich mich von Ihnen inspirieren lassen. Sie stellen auch immer klasse Fragen.

      Ihnen eine besinnliche Zeit und viel Erfolg auf Ihren Wegen

      BiographinIW

  • Volker Geyer sagt:

    Liebe Irene Wahle,

    wir zwei Segler wissen, dass der Wind Tag für Tag aus unterschiedlichen Richtungen und in verschiedenen Stärken weht. Die Flaute gehört dazu, wie der Gegenwind und auch der Orkan. Nur wer es versteht, diese verschiedensten Winde als seine Freunde zu sehen, wer sein Navigationsgerät darauf einstellen kann, der hat das Leben verstanden.

    Vielen Dank für diese besondere Gelegenheit für dieses nicht alltägliche Interview!

    Liebste Grüße
    Volker Geyer

    • BiographinIW sagt:

      Liebe Volker Geyer,

      von Herzen danke für Ihre Offenheit, Ihre Zeit und Ihre Authentizität, die Sie in Ihren Gastautorenbeitrag investiert haben. Ein Interview, dass mittlerweile schon viele Menschen so wie mich berührt hat.

      Ein Beitrag, der mir einmal mehr zeigt, mich auf dem richtigen Weg mit meinem Werten und Visionen zu befinden. Der mich darin bestätigt, dass all meine Katastrophen ihren Sinn hatten. Durch sie konnte ich so wie Sie heraus finden, was ich denn wirklich leben will in diesem Leben. Danke auch dafür!

      Das Beispiel des Segelns verdeutlicht unser Leben wunderbar. Jemand sagte mal ergänzend zu Ihren Gedanken: „Die Stürme und Orkane des Lebens werden immer toben. Die Frage ist, wie wir unsere Segel nach ihnen ausrichten, dabei aufhören gegen die Wellen anzukämpfen und uns statt dessen von ihnen in die Zukunft tragen lassen.“

      Ihnen eine besinnliche Weihnachtszeit

      BiographinIW

  • Pingback: Was ist Erfolg (1) | Blog von Biographin Irene Wahle

  • BiographinIW sagt:

    Bin gerührt. Dieses Gastinterview verbreitet sich mehr als zwei Jahre nach seinem Entstehen weiter im Netz. Heute habe ich es selbst wieder einmal – als Longseller – gepostet. Volker Geyer antwortete auf meinen Post via Facebook:

    Volker Geyer
    27. Februar um 16:03

    „Das war eines der außergewöhnlichsten Interviews, das ich bisher geben durfte. Vielen Dank für die Gelegenheit, liebe Irene Wahle.“

  • Pingback: 10 Bücher, die es sich lohnt zu lesen | Blog von Biographin Irene Wahle

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